Der rote Baron

Unser heutiger Artikel befasst sich mit dem wohl berühmtesten Piloten des ersten Weltkrieges: Freiherr Manfred Albrecht von Richthofen.

Doch wie wurde von Richthofen ein so hervorragender Pilot? Wieso diente er in einer Brieftauben-Einheit? Und wie kam er überhaupt zu seinem Namen? Das und mehr beantworten wir dir in diesem Blog-Beitrag.

Manfred von Richthofens Leben
Von Richthofen erblickte am 2. Mai 1892 das Licht der Welt. Er wuchs in einer sechsköpfogen Familie als zweitältester Sohn auf. Mit ihm lebten seine ältere Schwester Elisabeth, liebevoll Ilse genannt, und seine beiden jüngeren Brüder Bolko und Lothar. Letzterer wurde ebenfalls Jagdflieger.
Seine Eltern waren Albrecht Freiherr von Richthofen und Kunigunde, geborene von Schickfus und Neudorff.
Bereits in jungen Jahren interessierte sich Manfred für die Jagd und das Reiten. Das zeitgenössische Foto zeigt eine damalige Gesellschaft unter Kaiser Wilhelm II.

Im jahre 1903, also mit 16 Jahren, trat Manfred von Richthofen einer Kadettenanstalt bei. Im Jahre 1911 trat er als junger Fähnrich dem Ulanan Regiment "Kaiser Alexander III. von Rußland" bei. Dort wurde er auch in den niedirgsten Offizierdienstgrad befördert: dem Leutnant.

Auf der Abbildung sieht man das Ulanen-Regiment Nr. 17. Von Richthofen diente unter Nr. 1.

 

 

 

 

 

Die ersten Kriegsjahre

In den Anfängen des ersten Weltkrieges fühlte sich von Richthofen in seinen Tätigkeitsfeldern zumeist unterfordert. So diente der abenteuerlustige Offizier sogar zeitweise als Ordonanz: fern des Feindgebietes und des Ruhms. So hatte er zumindest Zeit seiner Leidenschaft nachzugehen: dem Jagen.
Kurz darauf entschloss er sich schließlich einen neuen Weg zu beschreiten: er wollte Jagdflieger werden.
Nach einer erfolgreichen Grundausbildung wurde er zur Brieftauben-Abteilung kommandiert. Tatsächlich handelte es sich hierbei allerdings um eine Tarnbezeichnung. Die Einheit bestand in Wahrheit aus Kampffliegern, die Bombenangriffe gegen England fliegen sollte.

Ein Fliegerass erhebt sich am Horizont
Im weiteren Verlauf des Krieges absolvierte von Richthofen weitere Lehrgänge und bewies sich bereits hier als cleverer Taktiker. Seine Prüfung zum Flugzeugführer bestand er jedoch erst im dritten Anlauf.
Seinen ersten großen Erfolg feierte von Richthofen am 23. November 1916, als er auf das britische Fliegerass Hawker traff. Die beiden lieferten sich einen spannenden Zweikampf, in welchem Richthofen als Sieger hervorging. Hawker verlor hierbei sein Leben.
Nach zahlreichen weiteren gewonnen Luftschlachten erhielt Manfred von Richthofen schließlich die höchste preußische Auszeichnung: den Pour le Mérite.

Gerüchte besagten, dass auf den britischen Jagdflieger, der den roten Baron vom Himmel hole, eine immense Belohnung wartete. Neben 5000 Pfund Sterling, einer sofortigen Beförderung und dem Victoria Kreuz sollte sogar ein britischer Flugzeughersteller eine besondere Überraschung für den glücklichen Schützen bereit halten.
So kam es jedoch nie.
Von Richthofen baute seine Einheit Jasta 11 zur Elite unter den Eliten auf. Die gewaltige Abschussquote führte dazu, dass die Lebensdauer eines bristischen Fliegers von 300 Flugstunden auf deutlich unter 100 dezimiert wurde. Der April 1917 wurde nicht zuletzt wegen von Richthofen als "bloody April"  bekannt.

Während eines Einsatzes im Juli 1917 erblindete Manfred jedoch für kurze Zeit. Die Ursache hirfür war eine schwere Kopfverletzung, von der er sich Zeit seines Lebens nie richtig erholen konnte.
So lies es der rote Baron ruhiger angehen und trat bei Propagandaveranstatungen auf und begutachtete Prototypen der Flugzeugmeisterei.

Der fliegende Zirkus
Die als "flying Circus" in die Geschichte eingehende Taktik von Manfred von Richtohfen war auch erstmals die Geburtsstunde von bunt lackierten Flugzeugen. Der Begriff des fliegenden Zrikus etablierte sich durch die akrobatischen Manöver der deutschen Jagdflieger, welche mit einer unübertroffenen Präzision und Geschwindigkeit die britischen Flieger vom Himmel holte.
Da die Einsatzgebiete der deutschen Luftwaffe für die Briten absolut vorhersehbar waren, verzichtete man auch auf die Tarnanstriche und lackierte die Flugzeuge in farbenfrohen Anstrichen. Gelb und rot schienen zum damaligen Zeitpunkt besonders modisch.

Ein Ass fällt vom Himmel
Am 21. April 1918 flog von Richthofen mit neun weiteren Piloten gegen die No. 209 Squadron RAF unter Führung des britischen Fliegers Arthur Roy Brown. Als von Richthofen einen jungen Piloten bis tief hinter die Feindeslinien verfolgte, wurde dieser von schwerem MG Feuer im Oberkörper getroffen.
Bei der Landung blieb sein Fokker Dreidecker nahezu uneschädigt. Manfred von Richthofen erlitt seinen schweren Verletzungen.
Trotz des enormen Schadens, den der rorte Baron bei den Alliierten hinterließ, wurden ihm bei seiner Beerdigung sämtliche militärischen Ehren zuteil.
Interesanter Weise wurde im Nachhinein bekannt, das von Richthofen höchstwahrscheinlich an posttraumatischen Belastungsstörungen litt. So soll er auch seinem Jagdtrieb nicht mehr nachgeben können und musste den jungen Piloten verfolgen. In früheren Jahren hätte der Flieger gewusst, wann man von der Beute ablassen musste. Diese Fähigkeit ist ihm wohl verloren gegangen.

Der Begriff "Roter Baron"
Der Spitzname Red Baron, zu deutsch Roter Baron, wurde Manfred von Richthofen erst nach dem ersten Weltkrieg zu Teil. Dieser Titel geht auf eine englische Nachkriegsüberstzung zurück. Da der Titel Freiherr nicht im englischen vorkommt, wurde daraus kurzerhand Baron.
Neben diesem Beinamen nannten ihn die franzosen auch den roten Teufel.

Schlussworte
Wie immer hören wir gerne Lob & Kritik zu unserem Beitrag. Wenn ihr noch interessante Informationen, Anmerkungen oder Fragen habt: schreibt uns in die Kommentare.

Und wie immer findet ihr HIER eine Auswahl an Produkten rund um das Fliegerass von Richthofen und den Luftschlachten des ersten Weltkrieges.

 

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